K I N D S E I N
Wie überlebe ich meine Verwandten?!
Schmerz. Noch bis vor sehr kurzer Zeit (und für viele, viele Menschen noch immer) war Kindsein vor allem Schmerz. Auf die Frage ‘was willst du mal werden?’ antwortete in meiner Kindergartengruppe in den 90ern noch fast die Hälfte der Kinder mit ‘Hauptsache Erwachsen’.
Kind sein ist kein Wattepusten. Kindheit als Tatsache und Kinder als beschützenswert anzusehen ist neu. Und noch vor zwei Generationen waren Kinder vor allem teures Risiko und billige Arbeitskraft.
Kinder als Menschen anzuerkennen nährt in den Menschen der Generationen vor uns diesen Schmerz. Das Erleben, dass das was sie als notwendig und sogar als ‘Liebe’ betrachtet haben, nicht notwendig ist kann heftige Abwehr auslösen.
Wie können wir als Eltern damit umgehen?
Ich glaube: Mit Verständnis und Nachsicht. Verständnis bedeutet nicht einverstanden sein. Es bedeutet zu verstehen dass die Welt sich, was das Begleiten von Kindern angeht, innerhalb weniger Jahre sehr verändert hat. Dass das was früher galt heute hinterfragt und verändert werden kann. Es bedeutet hinzuhören wenn unter dem Weihnachtsbaum gefordert, erzogen und kritisiert wird und den Schmerz wahrzunehmen. Es bedeutet Lösungen zu finden die nicht die eigenen Kinder erziehen und trotzdem, so möglich, den Anverwandten ihre Würde lassen.
Nachsicht walten zu lassen ergibt sich für mein Verständnis aus der Situation – sie haben nie darum gebeten, konfrontiert zu werden! Sie haben nicht im Internet nach Informationen gesucht, vielleicht ihre eigenen Kindheit nie oder nicht heilend aufarbeiten können. Und das ist ihr gutes Recht. Nachsicht bedeutet für mich, niemanden zu erziehen. Auch und gerade nicht, wenn sie es tun (wollen).
Den Schmerz der Generationen zu überwinden, der sich in vielen scheinbar alternativlosen Handlungen an uns niedergeschlagen hat, ist unser Kampf. Es ist deine und meine Entscheidung. Die Menschen, die dies nicht tun wollen haben ein Recht darauf. Und ihnen so zu begegnen, wie wir gerne sein wollen kann wieder zu unserer Heilung beitragen.
Ich wünsche euch noch eine friedliche Weihnachtszeit.
(Foto: unsplash.com/josh boot)
Tibetanische Weisheit
Ein Kind, das wir ermutigen, lernt Selbstvertrauen.
Ein Kind, dem wir mit Toleranz begegnen, lernt Offenheit.
Ein Kind, das Aufrichtigkeit erlebt, lernt Achtung.
Ein Kind, dem wir Zuneigung schenken, lernt Freundschaft.
Ein Kind, dem wir Geborgenheit geben, lernt Vertrauen.
Ein Kind, das geliebt und umarmt wird, lernt, zu lieben und zu umarmen und die Liebe dieser Welt zu empfangen.
Kinder sind unsere wirklichen Lehrer.
Lerne ihnen zuzuhören: Sie erzählen dir von der Schönheit und der Sorglosigkeit, die du nur im gegenwärtigen Augenblick wieder findest.
S C H W I E R I G K E I T E N
T H E Y . H A V E . F E E L I N G S
W U T
Wütende Kinder brauchen keine Grenzen. Sie brauchen in erster Linie Empathie. Auch wütende Eltern brauchen diese. Die Verantwortung für die Beziehungsqualität zwischen Eltern und Kindern liegt allerdings immer beim Erwachsenen. Wir haben die nötige Reife und Lebenserfahrung unsere Wut anders auszudrücken und unsere Themen zu bearbeiten. Unsere Kinder hingegen können sich nicht anders ausdrücken als wie sie es tun und sie brauchen unser Vorbild zur Orientierung. Hinter unser aller Wut steckt in der Regel Verzweiflung und Trauer. Und diese werden nicht durch Fremdbestimmung und Bestrafungen aufgelöst, sondern verstärkt.
T R A U M A H E I L U N G
ich kann mit sicherheit sagen.. mein kind ist das beste was mir passiert ist & passieren konnte
sie wirft in mir vieles auf & holt wunden hervor die längst vergessen & zugeklebt waren – doch jetzt können sie heilen
es ist nicht immer leicht.. es sind schlimme themen & themen die man nicht nochmal durcharbeiten möchte.. aber ich bin ihr sehr dankbar dass sie mir diese aufzeigt & mir die chance gibt es mit ihr aufzuarbeiten
E R Z I E H U N G
Es reicht nicht auf Erziehung zu verzichten. Wichtig ist, wie ich die Beziehung in der Abwesenheit von Erziehung gestallte.
http://elternmorphose.de/es-reicht-nicht-auf-erziehung-zu-verzichten/
F L O S K E L N . A U S . D E R . K I N D H E I T

wenn ich das ansehe.. erscheint es mir falsch.. ich möchte mich mit aller kraft von der früheren lieblosen & unterwerfenden erziehung lösen.. doch es fällt mir noch sehr schwer zu akzeptieren.. dass ich meinem kind lediglich vorleben muss wie es sich zu verhalten hat
T R A U M A . D E R . E R Z I E H U N G
“Trauma ist ein Begriff, mit dem die meisten Menschen besonders schwere Ereignisse wie Krieg, Vergewaltigung, Naturkatastrophen, schwere Unfälle u.u.u verbinden. Von daher sind sehr, sehr vielen Menschen der Überzeugung nicht traumatisiert zu sein.
Aida sagte: “Erziehung ist Gewalt!” Und als ich das hörte, wurde mit klar, dass das stimmt. Und wenn Erziehung Gewalt ist und jede Form von Gewalt traumatisiert, dann sind Kinder, die erzogen werden traumatisiert.
Dieser Gedanke hat weitreichende Folgen und ja, wir sehen ja, was heute mit kleinen Menschen passiert. Viele Eltern wissen, dass sie ihre Kinder nicht mehr Schlagen dürfen, dennoch passiert es immer noch. Wenn Eltern heute schlagen, dann oftmals nicht um ihre Kinder mit Schläge zu erziehen, sondern aus der eigenen Hilflosigkeit und Ohnmacht heraus. Hilflosigkeit und Ohnmacht sind Traumagefühle und um die nicht zu fühlen, müssen wir handeln und werden zu Tätern.
Die eigene Täterschaft sich einzugestehen ist unendlich schwer, schließlich müssten wir dann für unsere Taten die Verantwortung übernehmen, sie uns eingestehen. Die häufigste Form dies zu vermeiden sind Rechtfertigungen…”